17.06.2022
Was
ist dran an WikiLeaks?
Was machen eigentlich WikiLeaks und deren Kopf: Julian Assange? Oder sollte
man besser fragen: Wie wird mit ihm gerade umgegangen? Wenn er den Amis
ausgeliefert wird, werden die ihn zu 175 Jahren Knast verurteilen. Was
unterscheidet ihn von einem Herrn Nawalny? Höchstens, dass er nicht wie dieser
freiwillig heim ins Reich kehrt um sich dort wegsperren zu lassen. Er hat sich
nichts Ärgeres als Nawalny geleistet und trotzdem misst man bei uns im, ach, so
zivilisierten Westen mit zweierlei Maß. Assange hat nur die Wahrheit verbreitet.
Nur die traurige, bittere amerikanische Wahrheit über von Amerikanern verübte
Kriegsverbrechen. Jetzt will man Putin und seine Erfüllungsgehilfen wegen ähnlicher
Kriegsverbrechen zur Rechenschaft ziehen??? Abgesehen davon, dass DAS ja ein lächerliches
Hirngespinst bleiben wird, erhebt niemand die Stimme für Assange. Was fällt
diesen Amis ein? Sind selbst üble Kriegstreiber gewesen, haben arge Lügen
verbreitet, die ihnen Begründung waren z.B. den Irak plattzumachen. Sie haben
sich fast genauso barbarisch aufgeführt wie jetzt die Russen, aber Assange ist
der Landesverräter, der für alle Ewigkeit weggesperrt gehört, ganz anders als
der bedauernswerte Nawalny. Gibt es denn nur noch Arschlöcher in Führungspositionen??
Was
ist also dran, an Wikileaks?
Es handelt sich um eine Non-Profit Organisation, die Daten im Internet veröffentlicht,
sie der gesamten Menschheit kostenlos zugänglich macht, sonst nix. Daten und
Fakten, von denen, entgegen anderer laut herauskrakeelter Einlassungen,
jedermann Kenntnis haben sollte. Die Konsequenzen daraus haben - einem imaginären
Herrn sei's getrommelt und gepfiffen - einen unumkehrbaren Schneeballeffekt.
WikiLeaks erfindet weder Klatsch noch Geschichten. Nichts wirklich
Privates, obwohl das ganz sicher sehr oft, für die Zyniker unter uns, großartige
Unterhaltung sein dürfte. Sie stellen Wahrheiten ins Netz. Das gefällt nun
beileibe nicht allen! (Ach nee, wie das denn?) Z.B. der Kurzfilm einer US
Hubschrauberbesatzung der zeigt, wie US Soldaten in Bagdad Zivilisten abknallen.
Darunter 2 Mitarbeiter der Presseagentur Reuter. Der Film gefällt weder den US
Militärs noch den militärischen Partnern. Denn er zeigt auch, was diese Behörden
uns nie zeigen wollten: Mord und Totschlag, verbrämt als "Humanitärer
Einsatz". Die Protagonisten, was nicht wirklich verwundert, wahrscheinlich
dieselbe Untermenschen-Klientel, die zuhause in Wyoming oder Iowa oder in
irgendeinem anderen Hillbilly-County mit Pfeil und Compoundbogen Pumas, Bären
oder Wapitis qualvoll meuchelt und sich dabei wie wahre Helden fühlt. Auch in
besagtem Film: Zum Kotzen, diese Kreaturen. Wie üblich heisst es dazu von den Mächtigen:
"Solche Daten gefährden die nationale Sicherheit." Außerdem seien sie
gestohlen worden. "Gestohlen" passt hier ja schwerlich, denn das, was
WL veröffentlicht hatte, fehlt ja nirgendwo. Die US Regierung z.B. ist
weiterhin im Besitz aller Aufzeichnugen, die WL je ins Netz gestellt hat. Nur
nachdem sie im Internet aufgetaucht sind, kennt sie eben alle Welt.
Warum hat ein Staat Probleme damit, wenn seine Bürger erfahren, was er in
deren Namen, wo auch immer, treibt? Was konkret gefährdet die nationale
Sicherheit? Die Bürger selber, weil sie jetzt Bescheid wissen? Wäre ein Staat
sicherer, wenn seine eigenen Bürger weniger wüssten? Z.B. über die
Volksvertreter? Wer entscheidet, was der Bürger wissen sollte? Wem gehören die
Daten, die der Staat mittels Steuergeldern sammelt? Gehören sie dem Sammler,
sprich der Behörde? Oder aber gehören sie dem Bürger, der die Behörde
finanziert? Ist es moralisch verwerflich, wenn eine Organisation wie WL veröffentlicht,
was man ihr anbietet, auch wenn der Anbieter offiziell ein Dieb ist? Wenn JA,
warum ist es dann völlig ok, wenn die Bundesregierung einem Datendieb aus der
Schweiz 2,5 Millionen hinblättert, um an eine DVD mit Steuersündern zu kommen? Vielleicht,
oder doch eher wahrscheinlich, weil es ein gutes Geschäft ist? Warum sind auf ähnliche
Weise erworbene Dokumente oder Ton- und Filmaufzeichnungen bei ordinäreren
Kriminaldelikten aber unzulässig? Es wird wohl schwerlich dafür eine vernünftige,
schlüssige Erklärung geben.
Anders als die Bundesregierung ist WL kein Hehler. Sie bezahlen nicht und
ziehen aus Veröffentlichungen kein Kapital. Sie leben von Spenden und die
Macher sind Idealisten, wie seinerzeit die Gründer von Greenpeace. Google z.B. sammelt
aus rein kommerziellen Gründen.
Was also ist daran so gefährlich, dass man den Kopf - J. Assange - ganz
schnell via Interpol mit einem internationalen Haftbefehl suchen lässt. Und,
wenn man schon dabei ist, noch einen absurden, hahnebüchenen Grund oben drauf
packt: Vergewaltigung! Diese "Vergewaltigung" ist sicher genauso zu 100%
zu beweisen, wie seinerzeit die "Massenvernichtungswaffen im Irak"? WL
macht aus tiefer Ahnung das, was man "Wissen" nennen könnte. Man
zieht noch nicht mal Schlüsse, man überlässt es durchaus den Lesern, diese zu
ziehen. Die neuesten Enthüllungen z.B. beweisen, dass unsere Volksvertreter
sich gegenseitig nicht leiden können und unser "Großer Bruder" weder
von uns, noch von anderen Völkern etwas hält. Ist diese Information wirklich
neu? Hat nicht der Ein oder Andere des "Pöbels" nach Bekanntgabe
dieser "unerhörten Indiskretionen" mit großer, wohltuender Häme einen
"Toast" ausgebracht, in prickelnder Erwartung dessen, was ja dann
prompt auch eingetreten ist? Sie haben sich tatsächlich nicht entblödet, eine "Vergewaltigung"
zu bemühen. Was für eine erbärmliche Posse!
Fakt ist: Alles, was wir heute wissen, wissen wir durch Massenmedien. Und
diese sind im 21. Jahrhundert vor allem Eins: Nicht mehr unabhängig! Entweder
eine Radio-, TV-Station oder eine Zeitung ist privatisiert - dann gehört sie
einem oder mehreren Konzernen. Oder sie ist staatlich - dann kontrolliert der
Staat, via Rundfunkrat. Man bestimmt, was veröffentlicht wird und was besser
nicht, wenn es den Volksvertretern oder hochrangigen Managern vielleicht
schaden könnte. Freier Journalismus? Es darf gelacht werden.
Völlig unabhängige Berichterstattung gibt es heute nur noch im Internet. WL
ist Teil davon und überall und nirgendwo zuhause. Diese Form der Existenz ist
nicht neu. Global operierende Firmen, Banken z.B. oder das Kapital generell
konnten nur deshalb so mächtig werden, weil sie regionale Staaten über diesen
Weg ausgehebelt haben. Bei ihnen hat der Staat das akzeptiert, bei WL ist das
plötzlich eine Bedrohung. Tja, bei WL steht keiner "von Denen" auf
der Gehalts-, oder Spendenliste. Hoffen wir also, dass sich auch hier
Informanten bei WL melden, mit einer DVD, deren Inhalt die Machenschaften
dieser Verursacher vielen Übels der heutigen Zeit aufdeckt
Warum reagiert der Staat so allergisch, wenn der Büger mitbekommt, was
seine Volksvertreter wirklich denken und welche Spielchen sich hinter "Hoher
Diplomatie" wirklich verbergen? Ein Bürger, der liest, was WL veröffentlicht,
fängt an erst seine Volksvertreter anzuzweifeln und dann die offiziellen
Verlautbarungen des ganzen Staatsapparates. Er fängt an lästige Fragen zu
stellen. Wie unangenehm! Wenn in den aktuellen Memos der US Diplomaten zu lesen
ist, dass sich div. arabische Staaten, sowie USA nichts sehnlicher wünschen,
als den Iran anzugreifen, wird es den Bürger morgen nicht sonderlich überraschen
wenn die offiziellen Nachrichten ihn heute langsam darauf vorbereiten, dass der
Iran wohl Massenvernichtungswaffen besitzt, man also nicht umhin komme, im
Namen der Freiheit den Iran anzugreifen. Die dafür dann ebenfalls
erforderlichen und sogar tatsächlich vorhandenen Massenvernichtungswaffen
dienen, man kann es sich ja denken, lediglich der Sicherstellung der eigenen,
hehren Lesart von Weltfrieden, die doch nun gefälligst auch diese "Schurkenstaaten"
endlich mal akzeptieren sollten.
Hätte man die Memos nicht, könnte man morgen vom Staat leicht "eingeseift"
werden und würde sich Monate später vom Verteidigungsminister anhören müssen,
dass Deutschland, diesmal nicht am Hindukusch, sondern in den Hügeln Teherans,
eine Hand voll deutscher Friedenssoldaten verloren hat. Gefallen, um einem
Agressor das Handwerk zu legen.
In den Hauptnachrichten ist die Welt immer ganz einfach, wenn der Bürger es
nicht besser weiß. WL sorgt dafür, dass etwas klarer wird, was die Meisten
ohnehin seit Langem ahnen. Politik und Diplomatie verfolgen immer nur 1 Ziel. Und
das heißt bestimmt nicht "Weltfrieden"! Eine Supermacht - egal welche
- teilt nicht gern. Sie VERteilt allenthalben, was sie übrig lässt und teilt
aus, wenn die Mitläufer nicht gehorchen. Wenn der große Bruder sagt: "Los,
BRD, fahr nach Afghanistan, da sind die Terroristen, denen wir den 11. September
zu verdanken haben!" dann gehorcht man artig. Deutschland ist ein guter
Mitläufer, ein Vasall, ein US Außenposten, der es sich nicht deshalb mit den
USA verderben will, weil der Ami so nett ist. Nein, weil der Ami immer noch
knapp 50% der exportierten Waren in Germany kauft. Und wer kauft hat recht. Und
wer VERkauft hält die Schnauze.
WL machen keine Geschäfte. Es existiert auch keine klassische Lobby. Wenn
man bei WL von Unterstützung sprechen könnte, dann sind das WIR ALLE! Ok, nicht
alle, aber es werden unter den zum Denken befähigten immer mehr werden. Das Maß
ist übervoll und man darf es sich einfach nicht länger gefallen lassen, dass
uns unsere eigenen Regierungsvertreter zum Narren halten. Und das ganz bewusst,
mit perfidem Gegrinse im Hinterzimmer. Diese Figuren in Politik und Wirtschaft
haben nahezu ausnahmslos zu allen Sachverhalten 2 Meinungen: Ihre ganz private/ehrliche
und eine offizielle. Ergo: Es sind Lügner! Solange das so ist, sollten wir
Menschen wie J. Assange und dessen "Gefolge" dankbar die Füße küssen.
Dass man uns permanent verarscht, wissen wir doch spätestens seit dem 11. September:
Der 11. September ist tabu! Kritische Fragen - von denen gibt es Dutzende - werden
nicht gestellt. Jeder, der es dennoch tut, ist automatisch ein Verschwörungstheoretiker.
Wir wissen auch, dass all die "Beweise", die zum Krieg gegen den
Irak führten, erfunden wurden, von Volksvertretern und wir kennen diese
Menschen namentlich. Sie laufen immer noch frei herum und veröffentlichen gar
ihre Memoiren. Wir wissen, dass kein einziger der angeblichen Attentäter aus
Afghanistan kam und dennoch will man uns weismachen, dass "wir" dort
sein müssen, um z.B. Mädchenschulen und Brunnen zu bauen und - so ganz nebenbei
- die Terroristen zu fangen. Wir ahnen alle, dass es um Öl oder sichere
Pipelines geht und wir kennen die Partner in den entsprechenden Regionen. Kein
einziger demokratischer Staat ist darunter. Und doch heisst es offiziell:
"Es geht um Demokratie und Freiheit!"
Das alles wäre nicht so gefährlich, wenn dieser "Große Bruder" im
eigenen Land nicht extreme wirtschaftliche Probleme hätte. Die aktuelle US
Regierung unter Obama unternimmt mehr gegen Journalisten, als die unter G.W. Bush.
Ist das der "Change", von dem einst die Rede war? War das auch in
seinem "Yes, we can!" enthalten? Meinungsfreiheit ist für die US
Regierung zu gefährlich geworden. Und diese sitzt nicht im Weißen Haus,
sondern, seit Vietnam, im Pentagon. Die Frage, die man sich dort rund um die
Uhr stellt, ist ganz simpel:
"Wie, zur Hölle, kommen Milliarden Barrel amerikanischen Öls
ausgerechnet unter arabischen Sand?"
WL deckt diese "Denke" auf, macht damit globales Handeln ein Stück
transparenter. Das Verrückte dabei ist, dass ausgerechnet das Internet diesen
Informationsfluss möglich macht, wurde es doch ursprünglich von US Militärs
erfunden, um im Kriegsfall schneller Angriffe koordinieren zu können. Jetzt
schlägt man sie mit den eigenen Waffen. Die Geister, die man rief.... Dumm
gelaufen! Weniger "krumme deals" am Bürger vorbei kommt wohl noch
immer nicht ernsthaft in Betracht, da setzt man lieber international, mit
allem, was einem an (auch illegalen) Mitteln zur Verfügung steht, Himmel und Hölle
in Bewegung, um so einen Quälgeist loszuwerden. Man darf gespannt sein. Es wäre
nicht das erste mal...
WL führt hoffentlich zu einem weltweiten "Aufbegehren durch Wissen".
Was hat uns der Kapitalismus des 20. Jahrhunderts hinterlassen? Ein extremes
Ungleichgewicht zwischen Arm und Reich, ermöglicht durch bewusste, hinterhältige
Informationskontrolle und Manipulationen einiger weniger zutiefst amoralischer
Menschen. Wäre J. Assange ein Geheimdienstmitarbeiter, wäre er jetzt Chef einer
neuen Super-Überwachungsbehörde. Er ist leider ärgerlicherweise anderweitig
reich und unabhängig geworden und nicht käuflich. Er ist einer, der das Recht
auf freie Meinungsäußerung und Informationsfreiheit bewusst für den
Durchschnittsbürger auslegt.
Es mag den Ein, oder Anderen geben, der nun bange Hoffnung hegt, WL möge
dabei helfen wahre Demokratie zu erreichen. Wehe uns, wenn DAS möglich wäre. Aber
das ist ein ganz anderes Thema........ Es würde schon genügen, wenn in gewissen
Etagen der Begriff "Anstand" wieder an Bedeutung gewänne.